Meet The Ecole students: Orion Schönberger
Orion Schönberger (18 Jahre)
(dey/denen, US-System – US 12 / AP-Pfad)
Hallo! Bitte erzähle uns mehr über dich, wo du herkommst und was dich als Schüler*in an die Ecole d'Humanite gebracht hat.
Ich bin Orion Schönberger und ich bin im amerikanischen Programm. Ich komme aus der Schweiz und habe Teile meiner Kindheit hier am Hasliberg mit meiner Familie verbracht. Beide meine Eltern waren bzw. sind Lehrer*innen an der Ecole, und auch mein Bruder hat die Ecole besucht – so bin ich über meine Familie an die Ecole gekommen.
Erinnerst du dich an deine erste Woche? Welche Herausforderungen hattest du und wie haben dir deine Lehrkräfte und Mitschüler*innen geholfen, sie zu bewältigen?
Die erste Woche war schön, aber auch nervenaufreibend, da ich immer viel über die Ecole von meiner Familie gehört hatte und nun die Gelegenheit bekam, sie selbst zu erleben. Der vorherige Kontakt mit meinem “Helping Student” hat den Einstieg erleichtert, da ich bereits Fragen stellen konnte, bevor ich an der Schule ankam. Das hat mir geholfen, zu wissen, was mich erwartet. Die älteren Schüler*innen waren alle sehr nett und haben immer geholfen, wenn es nötig war – sei es beim Tragen von Gepäck oder beim Finden des richtigen Klassenzimmers.
Was macht dein gewähltes Programm an der Ecole d'Humanite im Vergleich zu anderen Schulen besonders?
Die Kombination von Kursen, die von den Schüler*innen selbst mit Hilfe der Tutor*innen ausgewählt werden, macht den akademischen Teil des Tages viel angenehmer, da man sich Themen aussuchen kann, die einen wirklich interessieren. Zum Beispiel habe ich einen Englischkurs über Weltmythologie und einen über Anarchismus belegt. Die Lehrkräfte und alle Schüler*innen in diesen Kursen waren begeistert von diesen Themen, was die Stunden viel spannender gemacht hat. Dadurch war auch die Beteiligung viel höher, als wenn alle genötigt gewesen wären, daran teilzunehmen.
Wie beeinflussen die kleinen Klassengrössen und der individualisierte Unterricht deine Lernerfahrung?
Die Ecole hat mir geholfen, Mathematik wirklich zu verstehen. Ich hatte immer Schwierigkeiten mit Mathe, aber seit ich an der Ecole bin, habe ich gelernt, die Konzepte und ihre Funktionsweise zu verstehen. Anstatt einfach nur Formeln auswendig zu lernen, verstehe ich jetzt die Gründe, warum eine bestimmte Formel bei einem Problem funktioniert. Da die Klassen klein sind, können die Lehrkräfte andere Methoden anwenden als an anderen Schulen – zum Beispiel arbeiten wir gemeinsam an der Tafel oder lösen Tests in Gruppen. Diese Zusammenarbeit mit anderen Schüler*innen ist sehr hilfreich, da man verschiedene Denkweisen kennenlernen kann, die möglicherweise besser zu einem passen als die Art, wie eine Lehrkraft es erklärt.
Kannst du ein Beispiel für eine Klasse oder ein Projekt nennen, das dich besonders inspiriert hat?
Das Bauen meines Langbogens. Meine erste Intensivwoche an der Ecole war das Bogenbauen. Wir haben eine ganze Woche lang geschnitzt, gemessen und geschliffen – an einem einzigen Stück Holz. Am Ende hatte jede*r von uns einen voll funktionsfähigen Langbogen und einige Pfeile. Damit sind wir dann auf einen Outdoor-3D-Parcours gegangen. Die Erfahrung, so intensiv an einem einzigen Stück Holz zu arbeiten und am Ende einen tollen Bogen in den Händen zu halten, der auch nach über einem Jahr noch benutzt wird, war unglaublich bereichernd.
Was hältst du vom narrativen Feedback-System? Wie hat es dir geholfen, deine akademische Leistung zu verstehen und zu verbessern?
Das narrative Feedback ist grossartig, weil es genau beschreibt, was man gut macht und wo man sich noch verbessern kann, anstatt einfach nur eine Zahl als Bewertung zu geben. Es ist viel menschlicher als nur eine Punktzahl.
Orion in der Dunkelkammer
Welche Nachmittagskurse hast du besucht und wie haben sie deine Interessen und Fähigkeiten beeinflusst?
Ich habe an Silberschmiede-Kursen teilgenommen, in denen ich Schmuck für mich und andere genau so gemacht habe, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Es ist ein grossartiges Gefühl, eine Idee für Ohrringe im Kopf zu haben und sie dann in die Realität umzusetzen.
Wie unterstützen dich deine Lehrkräfte beim Ausbalancieren von akademischem Unterricht und Nachmittagskursen?
Unsere Lehrkräfte, die oft auch die Nachmittagskurse leiten, sind auch Berater*innen und Familienhäupter. Sie schätzen die Zeit, die wir in den Nachmittagskursen verbringen, genauso wie die akademischen Kurse.
Hast du an studentisch geleiteten Initiativen oder Gruppen teilgenommen? Falls ja, wie war diese Erfahrung für dich?
Ich bin Teil des Ecole-Cup-Teams, das eine schulinterne Punktwertung organisiert – ähnlich wie der Hauspokal in Hogwarts. Wir organisieren Events, bei denen die verschiedenen Teams Punkte sammeln können. Die Wettbewerbe reichen von sportlichen Herausforderungen über Quizrunden bis hin zu Videospielen wie Mario Kart oder Just Dance. Es macht Spass, mit anderen Schüler*innen zusammenzuarbeiten und Aktivitäten für die gesamte Schule zu organisieren.
Wenn du die Gemeinschaft an der Ecole d'Humanite mit einem Wort beschreiben müsstest, welches wäre es und warum?
Die Gemeinschaft an der Ecole ist sehr stark. Ich denke, das liegt daran, dass wir unsere eigene kleine Blase sind – mit Menschen, die ähnlich denken. Wir essen in unseren Familiengruppen zusammen, und jeden Mittwoch verbringen wir den Abend mit unserer Familie, kochen zusammen und machen etwas Schönes. Das hilft dabei, enge Verbindungen zu knüpfen.
Wie hat deine Zeit an der Ecole d'Humanite deine akademischen und beruflichen Zukunftspläne beeinflusst?
Meine Zeit an der Ecole hat mir geholfen, mich selbst besser zu verstehen. Sie hat mir gezeigt, dass es auch andere Zukunftswege gibt als diejenigen, die mir an meinen vorherigen Schulen als erstrebenswert vorgegeben wurden.
Orion spielt auch Violine im Singgemeinde-Ensemble