Ecole-Familien
Unser gemeinschaftliches Wohnen im Familienmodell unterscheidet die Ecole von anderen Internatsschulen. Zehn bis zwölf Schüler*innen leben in kleinen, unterstützenden Wohngruppen zusammen und werden dabei von zwei bis drei Lehrpersonen begleitet. Diese Wohnhäuser werden für viele zu einem zweiten Zuhause – fern von zu Hause.
EIN UNTERSTÜTZENDES INTERNATSUMFELD
Unser Campus besteht aus mehreren **Ecole-Familien**, die jeweils in einem der Wohnhäuser im Schweizer Stil leben. Jede Familie wird von zwei bis drei Betreuungspersonen begleitet, von denen einige selbst Kinder haben.
In diesen gemischtgeschlechtlichen, altersdurchmischten und mehrsprachigen Gruppen leben die Jugendlichen in einem unterstützenden und fürsorglichen Umfeld zusammen.
Begleitet von ihren Familienleitungen kochen die Schüler*innen gemeinsam, planen Aktivitäten und gehen mit den unvermeidlichen Erfolgen, Konflikten, Freuden und Enttäuschungen des Jugendalters um. Die Ecole-Familien kommen zusammen, um bei Festen das Zusammensein zu geniessen oder sich bei gemeinschaftlichen Herausforderungen ernsthaft mit Problemen auseinanderzusetzen.
Unsere kleinen Wohngruppen und der hohe Betreuungsschlüssel ermöglichen es, regelmässig mit den Schüler*innen im Austausch zu bleiben, sie zu unterstützen und ihre Entwicklung zu würdigen – auf ihrem Weg, zu werden, wer sie sind.
SOZIALES UND EMOTIONALES LERNEN
Kommunikationskompetenzen sind ein zentraler Bestandteil des Lebens an der Ecole d’Humanité. Die Ecole-Familienstruktur unterstützt die soziale und emotionale Entwicklung der Schüler*innen und legt dabei den Fokus auf Selbstwahrnehmung, Selbststeuerung, soziales Bewusstsein und gelingende Kommunikation.
Engagierte und einfühlsame Familienleitungen begleiten die Jugendlichen dabei, die Herausforderungen des Erwachsenwerdens zu meistern und zugleich die schönen Seiten dieser Lebensphase zu erleben – Geburtstage zu feiern, Konflikte mit Freund*innen zu klären oder gemeinsam Ideen für ein bevorstehendes Projekt zu entwickeln.
Alle Lehrpersonen sind in der Methode der Theme Centered Interaction (TCI) ausgebildet und unterstützen die Schüler*innen dabei, sich authentisch und respektvoll auszudrücken. So entwickeln sie die Fähigkeit, für sich selbst einzustehen, einander zu unterstützen und klar zu kommunizieren – Kompetenzen, die sie ein Leben lang begleiten.
LEBEN IM FAMILIENMODELL
Gemeinsame Zeit hat an der Ecole d’Humanité einen hohen Stellenwert. Der Mittwochabend ist Familienabend. An diesem Abend kommt jede Ecole-Familie zusammen, um ein besonderes Essen zuzubereiten und eine gemeinsame Aktivität zu gestalten.
Die regelmässigen Familienaktivitäten stärken das Zugehörigkeitsgefühl und machen schlicht Freude. Ob bei Brettspielen, beim Schlitteln oder bei einem grossen Völkerballspiel mit mehreren Familien – das gemeinsame Erleben steht im Mittelpunkt.
Die wöchentlichen Familientreffen bieten den Schüler*innen Raum, Anliegen einzubringen, gemeinsam Lösungen zu finden und einander Wertschätzung zu zeigen. Diese Treffen sind ein Übungsfeld für wichtige Lebenskompetenzen wie Konfliktlösung, das Einstehen für eigene Bedürfnisse und das bewusste Ausdrücken von Anerkennung gegenüber anderen.
Die gemeinsame Zeit mit ihren Familienleitungen und Lehrpersonen wirkt über das rein Soziale hinaus. Schüler*innen lernen ihre Lehrpersonen auch ausserhalb des Unterrichts kennen und erleben sie als ganze Menschen – nicht nur in ihrer Rolle im Klassenzimmer.
WOHNHÄUSER MIT ANWESENDEN BEZUGSPERSONEN
Die Schüler*innen leben in kleinen Gruppen von sechs bis zehn Personen in einem unserer Familienhäuser. In jedem Haus befinden sich zudem eine oder zwei Wohnungen für die Familienleitungen, die die jeweilige Gruppe begleiten. Viele der Familienleitungen sind selbst Eltern und stehen den Schüler*innen mit einem offenen Ohr und praktischer Unterstützung zur Seite.
Die familiäre Struktur unserer Internatswohnhäuser schafft eine warme Atmosphäre – ein Zuhause fern von zu Hause.
Die Familienleitungen geben dem Internatsalltag Struktur. Sie übernehmen viele Aufgaben einer unterstützenden Bezugsperson – vom gemeinsamen Start in den Schultag bis zum kurzen Check-in, wenn am Abend die Bücher geschlossen werden.
Bei den gemeinsamen Mahlzeiten teilen die Familienleitungen Zeit, Erfahrung und Orientierung mit den Schüler*innen – und machen dabei auch mal den ein oder anderen Scherz.